Das deutsche Gesundheitswesen hat in diesem Jahr einen Digitalisierungsschub erhalten. Im Frühjahr führten viele Praxen die Videosprechstunde ein, um die Ansteckungsgefahr für Praxisteam und Patienten zu minimieren. Und auch für Krankschreibungen musste ein neuer Weg gefunden werden, sind sie doch einer der häufigsten Gründe für einen Praxisbesuch. Mit dem gestern bekannt gegebenen Inkrafttreten des Beschlusses vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) ist die Ausstellung von AU-Bescheinigungen – unter bestimmten Voraussetzungen – per Videosprechstunde möglich. Darüber hinaus ist auch deren Begrenzung bis zum 31. Dezember 2020 ausgesetzt. Dies ist ein Gewinn für alle Seiten, denn so können Ärzte eine effiziente und sichere Versorgung Ihrer Patienten leisten.

AU-Bescheinigung per Video – Vorteil für Arzt und Patient

Im Zuge der Corona-Pandemie stieg die Akzeptanz digitaler Gesundheitsleistungen stark an. Viele Ärzte haben die Vorteile der Videosprechstunde, wie z. B. die Ersteinschätzung von Symptomen, Kontrolluntersuchungen oder Befundbesprechungen, erkannt. Darüber können Patienten ihren Arzt schnell und einfach erreichen, die durch lange Anreisewege, eingeschränkte Mobilität oder Auslandsaufenthalte nur eingeschränkt Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Und auch die Patienten nehmen diese Möglichkeit gerne wahr – sie sparen dadurch Wege, Fahrtkosten und Wartezeiten und können den Arzttermin gut in ihren Tag integrieren. Die Krankschreibung per Videosprechstunde ist deswegen eine logische und nützliche Erweiterung der digitalen Services von Arztpraxen, welche unter bestimmten Voraussetzungen angeboten werden kann.

Die Voraussetzungen für die Krankschreibung per Videosprechstunde

  • Ein Patient kann eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung per Videosprechstunde nur dann erhalten, wenn er in der Praxis persönlich bekannt ist. Es ist also nicht möglich eine telemedizinische Krankschreibung in einer gänzlich fremden Praxis zu erhalten.
  • Die Erkrankung muss per Video diagnostiziert werden können. 
  • Die erstmalige AU per Videosprechstunde ist auf sieben Tage begrenzt.
  • Eine Verlängerung per Videosprechstunde ist nur möglich, wenn die erste AU nach einer persönlichen Untersuchung ausgestellt wurde.
  • Nicht erlaubt sind Krankschreibungen per Online-Fragebogen oder einer Chat-Befragung. Voraussetzung ist, dass sich Arzt und Patient zumindest über den Bildschirm in Echtzeit sehen.
  • Patienten haben dennoch keinen grundsätzlichen Anspruch darauf, sich per Videosprechstunde krankschreiben zu lassen, so z. B. wenn der Arzt diesen Service nicht anbieten möchte.

So funktioniert die Krankschreibung per Videosprechstunde

Mit der Doctolib-Software ist die Ausstellung der AU-Bescheinigung für Ärzte und Patienten einfach und sicher. Anhand der integrierten Dokumentenaustausch-Funktion können Krankschreibungen sowie andere wichtige Dokumente an den Patienten übermittelt werden. Die einzelnen Schritte hier im Überblick:

  • Der Patiente bucht die Videosprechstunde direkt über eine Online-Plattform wie z. B.  Doctolib.
  • Wenn nach der Konsultation eine Krankschreibung ausgestellt wird, kann diese virtuell übermittelt werden. (Bei Doctolib können Patienten diese dann über „Meine Dokumente“ im LogIn Bereich des Doctolib-Accounts abrufen.)
  • Anschließend sendet der Patient die Krankschreibung virtuell an den Arbeitgeber (z.B. per E-Mail).
  • Der Arzt stellt die AU-Bescheinigung als Original mit drei Durchschlägen aus:
  • Das Original: geht zur Krankenkasse
    • Der 1. Durchschlag: zum Arbeitgeber bzw. Arbeitsamt
    • Der 2. Durchschlag: behalten Patienten für ihre Unterlagen
    • Der 3. Durchschlag: bleibt beim Arzt

Vorteile der Doctolib-Videosprechstunde

Die Videosprechstunde bei Doctolib ist in den digitalen Terminkalender integriert. Dadurch können die Termine ganz einfach verwaltet werden und die Organisation gestaltet sich sehr effizient:

  • Termine für die Videosprechstunde können von den Patienten genauso einfach online gebucht werden, wie Praxis-Termine.
  • Und auch die Einrichtung reiner Videosprechstunden-Zeiten ist ganz unkompliziert und kann immer wieder flexibel angepasst werden. Unser Tipp: Planen Sie feste Zeitfenster für die Videosprechstunde ein, z. B. 1 Stunde am Morgen und 1 Stunde vor Ihrem Feierabend, so lassen sich diese Termine ganz einfach in Ihren Praxisablauf integrieren.
  • Für eine bessere Übersicht sind die Videosprechstunden-Zeiten in Ihrem Kalender mit einem Kamera-Symbol gekennzeichnet und lassen sich so einfach finden.
  • Mit Doctolib können Sie mit nur wenigen Klicks Vor-Ort-Termine in Videosprechstunden umwandeln.

Die Online-Terminbuchung der Videosprechstunde erspart dem Praxisteam dadurch viel administrativen Aufwand – 70 % der Videosprechstunden-Termine werden selbstständig von den Patienten online gebucht.1

Während der Videosprechstunde stehen Ihnen verschiedene Funktionen zur Verfügung, mit denen Sie das Gespräch noch effizienter gestalten können. Mit der Screensharing-Funktion, auf die nur der Arzt zugreifen kann, können Sie z. B. den Aufklärungsbogen vor operativen Eingriffen mit Ihrem Patienten teilen und so einfach und verständlich durchsprechen. Mit der Funktion Dokumente vorab zu teilen, können Sie oder der Patient schon vor der Videosprechstunde Befunde oder Bilder übermitteln.

Bis zum 31.12.2020 können Sie die Doctolib-Videosprechstunde übrigens noch kostenlos nutzen!2 Vereinbaren Sie heute noch ein unverbindliches Beratungsgespräch und erfahren Sie, welche Vorteile die Videosprechstunde Ihrer Praxis bringen kann.

 

Ihr Doctolib-Team

 

1Interne anonymisierte Doctolib-Statistiken (Mai-Aug 2020), zum Buchungsverhalten der Videosprechstunde.
2 In Verbindung mit einem kostenpflichtigen Abonnement über den Doctolib-Kalenderservice als Hauptdienstleistung.