Während der ersten Corona-Welle im Frühling verzichteten 50 % der Patientinnen und Patienten in Deutschland auf einen Arztbesuch aus Sorge sich oder andere mit COVID-19 anzustecken und nahmen damit gesundheitliche Folgen in Kauf.1
Nun in der zweiten Welle befürchten viele Ärztinnen und Ärzte, dass wichtige Termine wieder aufgeschoben oder gar nicht mehr wahrgenommen werden, obwohl die Arztpraxen optimal vorbereitet sind und Hygienemaßnahmen eingeführt haben, die einen Arztbesuch so sicher wie möglich machen.

Mit dem Appell #DenkAnDich möchten sie Patientinnen und Patienten dazu aufrufen, ihre Gesundheit an erste Stelle zu setzen und keine Risiken durch entfallende Behandlungen oder Vorsorgeuntersuchungen einzugehen. 

#DenkAnDich: Kein Riskio eingehen, Arzttermine wahrnehmen

Auch wenn wir uns gerade im Lockdown Light befinden und unsere Kontakte einschränken müssen, sollten Arztbesuche nicht davon betroffen sein. Je nach Fachrichtung gingen im März 2020 durchschnittlich rund 50 % weniger Patienten ihren Terminen im Vergleich zum Vorjahr nach und nahmen damit Verschlechterungen ihrer gesundheitlichen Lage in Kauf.2Besonders Kardiologen zeigten sich beunruhigt, da die Zahl der behandelten Herzinfarkte in der Hochphase der Pandemie zurückging. Und das nicht, weil die Deutschen weniger Herzinfarkte hatten, sondern weil sie sich nicht behandeln ließen.3
Und auch in anderen Fachbereichen gefährdeten Patientinnen und Patienten ihre Heilungschancen oder machten Therapieerfolge zunichte.

„Es ist absolut nicht sinnvoll die Probleme auf die lange Bank zu schieben, Schmerzen zu ertragen” fasst der Orthopäde Dr. Frank Sommerfeld die Meinung vieler Ärztinnen und Ärzte zusammen.

Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit Ärztinnen und Ärzten sowie Behandlerinnen und Behandlern die Initiative #DenkAnDich ins Leben gerufen, um gemeinsam an Patientinnen und Patienten zu appellieren, Arzttermine wahrzunehmen und auch in diesen Zeiten Acht auf die eigene Gesundheit zu geben.

Hygienekonzepte und Sicherheitsmaßnahmen – die Praxen sind gut vorbereitet

Die erste Corona-Welle traf alle sehr unvorbereitet – Schutzausrüstung wurde knapp, Konzepte wöchentlich überarbeitet und ungewiss, was vor einer Ansteckung schützen kann. Das hat sich nun geändert – Arztpraxen haben sich an die Gegebenheiten angepasst und Hygienekonzepte entwickelt. 

„Beide Seiten waren nicht vorbereitet. Wir hatten nicht ausreichend Schutzmaterial für uns, für die Patienten. Das hat sich jetzt aber bei der zweiten Welle deutlich geändert. Wir sind gut aufgestellt” so Dr. Philipp Gross, Allgemeinmediziner, der sich an der Initiative beteiligt.

Neben Desinfektionsspendern am Eingang, Plexiglasscheiben am Empfang, Lüftungskonzepten und einer Neuaufteilung des Wartezimmers haben Arztpraxen viele Maßnahmen eingeleitet, Ansteckungsketten in ihren Räumen zu verhindern. 

Auch digitale Services können dabei helfen, Patienten einen sicheren Arztbesuch zu ermöglichen. Die Dauer von Terminslots, Öffnungs- und Sprechzeiten können z. B. ganz unkompliziert angepasst und Wartezeiten damit entschlackt werden. Darüber hinaus ist durch die Abfrage von COVID-19-Symptomen bei der Online-Terminbuchung auch eine Trennung von gesunden und potenziell infektiösen Patienten im Wartezimmer möglich.

Zudem bieten sich auch die Videosprechstunde in vielen Fällen an, den Kontakt mit den Patienten aufrechtzuerhalten. So lässt sie sich u. a. dafür nutzen, Symptome abzuklären, Rezepte neu auszustellen, Testergebnisse zu erläutern oder Krankschreibungen auszustellen – ganz ohne Besuch in der Praxis. Seit Beginn der Pandemie haben Tausende von Patientinnen und Patienten in Deutschland davon Gebrauch gemacht. Krankenkassen übernehmen die Kosten wie bei einer Behandlung in der Praxis.

Es zeigt sich also deutlich: Ärztinnen und Ärzte sind optimal vorbereitet, um während dieser zweiten Welle für Patientinnen und Patienten da zu sein. Ihr gemeinsamer Appell lautet deshalb: #DenkAnDich

 

Ihr Doctolib-Team 

1 https://www.zi.de/presse/presseinformationen/27-juli-2020
2 ebd.
3 https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr/corona-facharzt-risikopatienten-101.html