Hätten Sie gedacht, dass Sie der Corona-Krise irgendetwas Positives abgewinnen können? Irgendwann einmal? An was werden wir uns erinnern, wenn wir mit genügend Abstand auf das Jahr 2020 zurückblicken? Immer wieder hören wir von Ärzten*innen, wie sich die Einstellung gegenüber Online-Services nicht nur bei Ihnen und Ihren Teams geändert hat, sondern auch, und vor allem, bei den Patienten.

Holger Liebermann, Allgemeinarzt aus Bonn, hat im esanum-Podcast über die Nutzung der Videosprechstunde während und nach Corona gesprochen. Wir haben hier die spannenden Erkenntnisse zusammengefasst. Die komplette Folge können Sie hier hören.

Akzeptanz der Videosprechstunde bei Patienten steigt und steigt ….

Es ist noch gar nicht so lange her, da war das Thema Videosprechstunde eine Illusion, wie sollte man denn bitte Patienten behandeln ohne den persönlichen Kontakt? Vereinzelte Stimmen nach Lösungen für telemedizinischen Behandlungen waren zwar da, aber die gesamte Branche tat sich schwer mit der technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Umsetzung.

Corona als Katalysator von technischem Fortschritt und Innovationen

Patienten hatten Angst vor Ansteckung, mit zu vielen Menschen in einem Raum zu sein, unsicher im Umgang mit anderen Patienten und den Praxisteams. Dennoch gab es Konsultationsbedarf und eine Lösung war die Videosprechstunde.

Zusätzlich haben die eigenen Erfahrungen mit Online-Services in der Corona-Zeit den Patienten neue Möglichkeiten und Wege der Kommunikation miteinander aufgezeigt und alltäglich gemacht. Warum nun nicht auch der digitale Arztbesuch?

Seit Corona ist die Nachfrage nach der Videosprechstunde in der Allgemeinarztpraxis von Holger Liebermann stetig gestiegen. Die Patienten rennen ihm die Bude ein nach Terminen für die Videosprechstunde, sagt er selbst im Interview.

Einfach in der Anwendung, auch für ältere Patienten 

Und es sind auch immer mehr ältere Patienten, die den Nutzen und den Mehrwert der Videosprechstunde sehen. Im Zweifelsfall werden vor der ersten Videosprechstunde die digital affinen Enkeln oder das Praxisteam gefragt. Beim 2. Mal klappt es dann auf Anhieb allein.

Besuchsgründe für die Videosprechstunde

Mit jedem Gespräch das wir mit Ihnen und Ihren Kollegen führen, kommen neue und relevante Einsatzgebiete für die Videosprechstunde hinzu. Das zeigt das große Potenzial und den tatsächlichen Mehrwert dieser “Behandlungsmethode”. 

  • Besprechung von Befunden & Laborwerten
  • Besprechung weiterer medizinischer Maßnahmen, Therapiepläne
  • Anpassung von Medikationen
  • Besonders in Zeiten von erhöhter Ansteckungsgefahr: eine erste Abklärung der Symptome und Entscheidung, ob eine weitere Konsultation vor Ort notwendig ist
  • Ausstellung einer Arbeitsunfähighkeitsbescheinigung bei einfachen/ banalen Erkrankungen wie bspw. einer Erkältung 
  • Ersteinschätzung durch visuelle Sichtung – ist ein weiterer Besuch in der Praxis erforderlich, Entlastung der offenen Praxisstunden mit starken Patientenandrang
  • Konsultation um eine Zweitmeinung einzuholen aufgrund von Befunden und Laborwerten
  • Impfberatung
  • Beratung zu Vorsorgeuntersuchungen

Patientenakquise durch Online-Services

Bei der Videosprechstunde spielen Entfernungen keine Rolle mehr. Und so kommt es, sagt Holger Liebermann, dass er per Video mit ortsfernen Patienten spricht, die aufgrund der Videosprechstunde einen Termin vereinbart haben, z. B. um eine Zweitmeinung einzuholen. Und er ist sich sicher, dass diese Patienten bleiben und wenn die Grenzen der Videosprechstunde ausgeschöpft sind, zu ihm in die Praxis kommen.

Vor allem die jungen Patienten, die Digital Natives, suchen Ärzte*innen und Praxen die Ihren Anspruch nach einfachen, schnellen und mobilen Lösungen erfüllen. Online-Terminbuchungen, Self-Service-Angebote und eben auch die Videosprechstunde sind genau die Funktionen, die am Ende ausschlaggebend für die Wahl einer Praxis sein können.

Tipp: Integration der Videosprechstunde in den Praxisalltag

Dieser Tipp von Holger Liebermann ist so wertvoll, dass wir ihn auch hier mit Ihnen teilen wollen. 

Anfänglich, und aus der Not heraus geboren, wurden die Video-Termine zwischen die Praxis-Termine gestreut. Das hat sich ziemlich schnell als unpraktikabel herausgestellt – für Arzt und Patient.

Der Arzt hatte einen enormen Druck und Stress, um pünktlich bei dem im Videocall wartenden Patienten zu sein. Denn es ist durchaus etwas anderes, wenn Sie in einem Wartezimmer ein paar Minuten warten oder allein vor einem „leeren” Bildschirm. Schnell sind Zweifel an der Technik da und die Meinung „Das hat ja gar nicht funktioniert” ist gefestigt. Diese Erfahrung gilt es unbedingt zu vermeiden.

Empfehlenswert ist es feste Blöcke für die Videotelefonie zu definieren, z. B. 2 x 1 Stunde täglich. In dieser Zeit werden außer akuten Notfällen, nur Video – oder evtl. Telefonkonsultationen durchgeführt. 

Mit der KBV-zertifzierten Videosprechstunde von Doctolib starten

Wenn Sie bereits die Doctolib-Terminmanagementsoftware nutzen, können sie die Videosprechstunde ab sofort bis zum 31.12.20201 kostenlos nutzen. Die Videosprechstunde unterstützt den Kampf gegen die Verbreitung von COVID-19 und wird mit bis zu 710 EUR pro Arzt im Quartal gefördert.

Mehr Informationen

 

1 In Verbindung mit einem kostenpflichtigen Abonnement über den Doctolib-Kalenderservice als Hauptdienstleistung.Die Bereitstellung, Installation und Wartung der Einhaltung der Ausrüstung (z.B. Computer, Headset und Webcam), die Einhaltung der Systemvoraussetzungen sowie die aus deren Nutzung resultierenden elektronischen Kommunikationskosten (wie Telefon- und Internetzugangskosten) liegen in der alleinigen Verantwortung des Nutzers.